B&Motion - Willkommen in der Welt von Backes&Müller

Die bisherigen Ausgaben:



Backes&Müller-Design im Fokus

Schreinermeister Karl-Heinz Thesen in seinem Showroom.
Schreinermeister Karl-Heinz Thesen hat die BMIce designt.

Er stellt die BMPrime-Serie her, war maßgeblich am Design der BMLine 100 beteiligt und hat die BMIce entworfen: Schreinermeister Karl-Heinz Thesen ist Designer durch und durch.

Was an ihm auffällt, sind seine eisgrauen Augen. Sie leuchten einem entgegen. Ansonsten ist Karl-Heinz Thesen eher ein Mann des Understatements. Stets elegant, aber dezent. Nie laut, aber dennoch tonangebend. Nach dem Abitur begann er ein Maschinenbau-Studium, stellte jedoch bald fest, dass die Inhalte ihm zu theoretisch waren. Er wollte gestalten, kreativ sein. Seine Wahl fiel auf eine Lehre im Schreinerhandwerk.

Nach dem Ende der Ausbildung machte Karl-Heinz Thesen sich zusammen mit einem anderen Schreiner selbstständig. Die beiden gründeten 1998 eine Möbeltischlerei in der Nähe von Trier, die schnell wuchs. Sieben Jahre nach der Existenzgründung kamen Ausstellungsräume in Luxemburg hinzu. 2012 zog Thesen, inzwischen alleiniger Geschäftsführer von „Unikat Interior“, mit seinem Showroom in Luxemburg in größere Räume um, nach Potaschberg in der Nähe von Grevenmacher an der luxemburgischen Mosel.Obwohl er kein Architekt ist, begann der Schreiner bereits 2006 damit, über den Bau von Möbeln hinaus eigenständig den kompletten, stets hochwertigen Innenausbau für Privatkunden zu planen und auszuführen. Inzwischen beschäftigt er über 30 Mitarbeiter, darunter zwei Innenarchitekten.

Das Verrückteste, das er je designt habe, sagt Thesen, sei ein Billiardtisch aus hochglänzendem Edelstahl mit Schieferplatte gewesen. „Gleichwohl das schönste Objekt war die Ice-Geschichte“, fügt er hinzu. Dabei handelt es sich um die Backes&Müller-Vorstufe BMIce 802, die 2011 auf den Markt kam und die aussieht, als wäre sie aus einem Eisblock herausgehauen. „Die Kreation der Ice, konzipiert als Kleinserie, war für mich herausragend. Ein ruhiges, unaufgeregtes, langlebiges Produkt.“ Die BMIce ist beileibe nicht das erste Produkt, das Karl-Heinz Thesen für die Highend-Schmiede in Saarbrücken designt hat. Er ist neben Andreas Hanß einer der beiden Schreiner von Backes&Müller. Ins Lautsprechergeschäft stieg Unikat mit der BMPrime-Serie ein. Ein weiterer Meilenstein war die Zusammenarbeit beim Entwurf des Gehäuses des Lautsprecher-Giganten BMLine 100 und dessen Bau.

Seine Kunden bezeichnet der Schreinermeister als sehr unterschiedlich, was deren Ansprüche an Lautsprecher angehe. „Das reicht von dezent über geradlinig bis hin zu verspielt.“ Der wesentliche Ansatzpunkt sei jedoch stets das Raumgefühl, das Image, das der Lautsprecher verkörpern solle. „Für mich persönlich soll ein Lautsprecher ein Statement setzen, ohne dabei aufdringlich zu wirken. So wie die BMIce 802, sie nimmt sich zurück, aber wenn man sie anschaut, strahlt sie etwas sehr Besonderes aus.“ Dies sei im Übrigen auch ein Ziel bei der Gestaltung der BMLine 100 gewesen. „Ähnlich wie bei der Spezialanfertigung des Billiardtischs löst sich auch beim Gehäuse der BMLine 100 im spiegelnden Edelstahl ein Stück weit der Raum auf, die Konturen verschwinden. Das Augenmerk liegt auf den zentralen Säulenelementen in der Farbe Rot.

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Klavierlack bei Backes&Müller

Andreas Hanß in seiner Werkstatt.
Andreas Hanß ist Meister der Klavierlack-Methode.

Wer ein besonders edles Finish möchte, entscheidet sich oft für Klavierlack. Andreas Hanß ist einer der ganz wenigen Schreiner in Deutschland, die die aufwendige Methode aus dem Eff Eff beherrschen.

Überall Holz. Platten aus Holz, Holzteile mit ausgesägten Löchern, Holzformen, die erkennen lassen, dass sie und andere Exemplare ihrer Art zusammen einen Lautsprecher ergeben werden. Eine CNC-Maschine bewegt sich brummend auf Schienen hin und her und fräst fein säuberlich zuvor per Computer auf den Zehntelmillimeter genauestens berechnete Löcher aus einer Platte heraus. Wir sind in der Schreinerei von Andreas Hanß, einer der beiden Betriebe, die die Lautsprechergehäuse für Backes&Müller bauen.

An einer Werkbank steht der Schreinermeister und bearbeitet ein Stück Holz mit einer Poliermaschine. Immer wieder führt Andreas Hanß das Werkzeug über das Holz. Man kann sich zwar schon in der Holzfläche spiegeln, aber er scheint noch nicht zufrieden. Immer wieder gibt er Politur aus einer schwarzen Flasche auf das Holz, verreibt die milchige Emulsion mit einem Tuch und fährt wieder mit der Poliermaschine darüber.

Bis sich der Lack in diesem Stadium befindet, ist allerdings schon viel Zeit ins Land gegangen. Am Anfang aller Arbeit nämlich stehen allerhand „Spritzgänge“, wie es im Fachjargon heißt. Polyester wird in flüssiger Form angemischt und aufgesprüht, „etwa 0,3 Millimeter dick pro Spritzgang“, erklärt Hanß. Fünf bis sechs Schichten werden ineinander aufgetragen, mit etwa 20 Minuten Abstand zum Antrocknen dazwischen. „Nass in nass“, so nennt man dieses Verfahren. Dann ist die erste Tragschicht fertig. Die muss nun erst mal trocknen, drei Tage lang mindestens. Weil das Holz die Flüssigkeit unterschiedlich stark aufsaugt, entsteht jedoch eine unruhige Fläche, die Hanß anschließend plan schleift. Es folgt die nächste Tragschicht. Wieder fünf bis sechs Schichten, wieder „nass in nass“, wieder drei Tage Trocknen.

Last but not least wird das Holz in bis zu zwölf Arbeitsschritten mit immer feinerem Schleifpapier und Schleifmittel bearbeitet, bis es so glänzt, wie es glänzen soll. Erst ganz am Schluss wird die Politur darauf gegeben, weil sie einen geringen Säureanteil enthält, der das Schleifverfahren chemisch unterstützt. „Neun Nanometer steht für Hochglanz, und das erreicht man nur mit der Emulsion“, erklärt der erfahrene Schreiner.

Macht zusammen über 20 Arbeitsgänge. Arbeitsgänge, in denen etwas schief gehen kann. In denen man achtgeben muss: „Fehler, die man beim Auftragen macht, unter Umständen ganz am Anfang schon, sieht man manchmal erst am Schluss“, so Hanß. Das können Staubeinschlüsse sein. Oder Luftbläschen. Und wenn es doch passiert? „Dann fängt die Arbeit nochmal ganz von vorne an“, sagt der Fachmann lächelnd.

Seit 1998 arbeitet er an diesem speziellen Finish. Mit der Klavierlack-Methode verfügt er über einen hohen Exklusivitätsfaktor. Zumindest in unseren Breitengraden. „In Deutschland wird Klavierlack so gut wie gar nicht mehr angeboten“, erklärt er, „für viele Schreiner kostet die Methode einfach zu viel Zeit.“ Warum pflegt er diese Kunst dennoch? „Weil es einfach etwas ganz Besonderes ist und unsere Kunden dies anerkennen“, sagt Hanß und man glaubt es ihm auf's Wort, so wie er über das ganze Gesicht strahlt.

Lack aus Indien und China

Das Wort Lack stammt aus Südost-Asien und tauchte dort ein paar tausend Jahre vor Christi Geburt zum ersten Mal auf. Eine Spur führt nach Indien. Das aus dem Sanskrit stammende altindische Wort „laksha“ bedeutet „hunderttausend“. Gemeint damit ist die Zahl der Lackschildläuse, die notwendig war, um aus deren harzigem Stoffwechselsekret Schellack zu gewinnen, mit dem Oberflächen aus Holz veredelt und zugleich geschützt wurden. Man löste den Harz durch Erhitzen von den Ästen der Bäume. Eine zweite Spur führt nach China. Dort, genauer gesagt am kaiserlichen Hof, wurden etwa zur gleichen Zeit wertvolle Gegenstände mit glänzenden, harten Lacken versehen. Den Rohstoff dafür bildete der milchige Rindensaft des Lackbaumes. Nach Europa kam die Lackherstellung erst im Mittelalter. Es dauerte bis zur industriellen Revolution, bis sich die Methode global durchsetzen konnte.

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BM Line 35 im Porschezentrum Saarbrücken

Lautsprecher Manufaktur trifft Manufaktur-Porsches

Backes&Müller-Workshops

Unsere Backes&Müller-Premium-Partner bieten bundesweit und regelmäßig Workshops an, auf denen unsere Lautsprecher vorgeführt werden. Dabei erhalten die Teilnehmer zum einen einen Überblick über die Produkte. Zum anderen werden die akustischen Eigenschaften der einzelnen Modelle mit unterschiedlichster Musik herausgearbeitet. Darüber hinaus bieten die Veranstaltungen Gelegenheit, um Fragen zur analogen oder digitalen Anbindung an Ihre bestehende Anlage sowie zu den verschiedenen auflösenden Formaten und deren Wiedergabe zu diskutieren. Die Termine der Workshops werden regelmäßig in der Fachpresse und auf unserer Webseite veröffentlicht.

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